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Statistik und mögliche aktuelle

Wetterentwicklung November 2020

in Brandenburg / Booßen

 + Gewitterwarnung

geschrieben von Hans-Joachim Knußmann

 

Statistik und mögliche aktuelle Wetterentwicklung im November 2020 in Brandenburg.

 

ZU MILD UND ZU TROCKEN
Aufgrund langjähriger statistischer Unterlagen aus den Jahren 1961 bis 1990, die amtlich noch als Vergleichswerte genutzt werden, wurden für den November folgende mittlere Klimadaten ermittelt: Im November beginnt allgemein die Umstellung des Wetters auf winterliche Verhältnisse. Das Monatsmittel der Temperatur betrug im östlichen und nördlichen Brandenburg 4,1 Grad bis 4,6 Grad. Die mittlere Tageshöchsttemperatur befand sich bei 6 bis 8 Grad und die nächtliche Tiefsttemperatur bei 1 bis 2 Grad. Die bisherigen Extremwerte erreichten als Höchsttemperatur bis 20 Grad und nachts wurde ein Minimum von minus 10 Grad bis minus 15 Grad gemessen. Die Zahl der Tage mit Nachtfrost lag bei 7 bis 12, der erste Nachtfrost trat meist erst in der zweiten Monatshälfte auf. Im Durchschnitt fielen 35 bis 45 mm Niederschlag. Die niedrigeren Werte betreffen das Oderbruch. Die Niederschläge waren auf 14 Tage verteilt. Die Sonne schien aufgrund der recht kurzen Tage und der vielen Wolken nur 50 bis 60 Stunden. Etwa 10 bis 15 Tage blieben trüb und damit ohne Sonnenschein. Es traten 3 bis 7 Nebeltage auf.
Weitere statistische Unterlagen, Wettermodelle und die augenblickliche globale Großwetterlage
vermitteln uns folgende voraussichtliche WETTERENTWICKLUNG im November 2020:
Zu Beginn des Monats November wird an der Vorderseite eines kräftigen Tiefdruckgebietes bei Island kurzzeitig recht milde Luft aus dem Südwesten nach Brandenburg gelenkt. So wird es neben etwas Sonnenschein auch viele dichte Wolken geben und gebietsweise fällt leichter Regen. Die Temperatur steigt am 3. November auf Spitzenwerte von18 bis 20 Grad. Es weht ein lebhafter südlicher bis südwestlicher Wind. Mit der weiteren Verlagerung des Islandtiefs in das Nordmeer wird seine Kaltfront in der Nacht zum Montag wieder deutlich kühlere Meeresluft heranführen. Bei wechselnder Bewölkung gibt es nur vereinzelt kurze Regenschauer. Die Temperaturen steigen dann nur noch auf 9 bis 13 Grad. Der mäßige Wind dreht auf westliche bis nordwestliche Richtung. Luftdruckanstieg führt zur Ausbildung eines Hochdruckgebietes über der Nordsee, es wird sich weiter in Richtung Finnland und Nordosteuropa bewegen. Unter seinem Einfluss gibt es in der Zeit bis etwa Mitte des Monats teils längere sonnige Abschnitte, teils Wolkenfelder oder Nebel. Der Nebel löst sich teilweise nur sehr zögerlich auf. Zu Niederschlag wird es nicht kommen. Die Temperaturen verbleiben weiterhin im Bereich von 8 bis 13 Grad. Nachts sinken sie je nach Bewölkungsverhältnissen auf 1 bis 6 Grad, vereinzelt gibt es leichten Bodenfrost. Der Wind ist schwach bis mäßig und dreht auf östliche Richtung. Zur Mitte des Monats kann vorübergehend Kaltluft aus dem Nordosten Brandenburg erreichen. Die Temperaturen werden tagsüber nur noch wenig über Null Grad steigen und nachts gibt es leichten Frost. Neben Sonnenschein ziehen auch hochnebelartige Wolkenfelder heran. Die Niederschlagsneigung bleibt weiterhin nur gering. Ab dem 22. November wird sich am Rande von Tiefdruckgebieten über dem östlichen und zentralen Atlantik von Südwesten wieder milderes Wetter in unserer Region durchsetzen. Die Temperaturen steigen erneut an und erreichen 8 bis 14 Grad. Die Nächte bleiben bei Tiefsttemperaturen von 3 bis 7 Grad weitgehend frostfrei. Dazu kommen viele Wolken mit einzelnen Regenfällen und Regenschauern. Die Sonne lässt sich hin und wieder auch sehen. Der Wind weht mäßig bis frisch aus überwiegend südwestlicher Richtung.
Damit dürfte der November etwas zu warm ausfallen und die Niederschlagsmenge wird unter dem Normalwert liegen.
Ist es in dem Zeitraum vom 12. bis 16. November recht mild, so kann man daraus ableiten, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit das letzte Dezemberdrittel kälter als normal sein wird. Eine milde 2. Novemberhälfte hat oft einen zu kalten Winter im Gepäck.
Interessant ist die derzeitige Entwicklung an der Pazifikküste Südamerikas. Eine starke Abkühlung des Wassers verstärkt das Phänomen La Nina. Es hat zur Folge, dass sich mehr tropische Stürme entwickeln und das es zu kälteren Wintermonaten in Mittel-, Nord- und Osteuropa kommen kann.

Wetterservice Knußmann Booßen